Wir suchen Pflegefamilien für die Bereitschafts- und Dauerpflege
Dies können gerne auch alleinerziehende Mütter oder Väter sein.
Wenn Eltern ihre Kinder nicht mehr ausreichend versorgen und schützen können, ist es wieder einmal soweit: Das Jugendamt empfiehlt einer Familie mit sehr problematischer Entwicklung als letzten Ausweg, die Kinder freiwillig in eine Pflegefamilie abzugeben. Nur in ganz gravierenden Fällen geschieht dies auch ohne Einwilligung der Eltern durch den Entzug des Sorgerechts.
Diese Situationen sind dann ein Fall für den Fachdienst für Pflegefamilien des Jugendhilfezentrums Jean-Paul-Stift. Die Sozialpädagoginnen Silke Rochholz, Sabine Pietsch und Karin Klopf sind mit den vielfältigen Ursachen, warum Kinder nicht mehr in ihrer Familie leben können, bestens vertraut. Die wichtigste Aufgabe der Fachkräfte ist es nun, die richtige Pflegefamilie für das jeweilige Kind auszuwählen.
Seit 2006 ist der Jean-Paul-Verein Bayreuth e. V. für das Jugendamt der Stadt Bayreuth in diesem Bereich tätig. In dieser Zeit wurde der Kreis der Pflegeeltern von 23 auf heute 57 ausgebaut. Damit konnte auch mehr Kindern in einer Pflegefamilie ein neues Zuhause vermittelt werden. In diesem Jahr sind es bisher 91 Kinder, die bei den „Eltern auf Zeit“ des Jean-Paul-Vereins leben. Die Stadt Bayreuth hat mit dem Jean-Paul-Verein als Partner hier ein sehr erfolgreiches Modell geschaffen. Dies führte schließlich auch dazu, dass die Planstellen Anfang 2010 verdoppelt wurden. Gleichzeitig erweiterte sich die Zuständigkeit des Fachdienstes von der Dauerpflege um die Bereitschafts- und Kurzzeitpflege.
Die Mitarbeiterinnen stehen nun allen Pflegeeltern als Ansprechpartnerinnen mit ihrem Fachwissen über die besonderen Bedürfnisse dieser Kinder zur Seite. Der Name „Eltern auf Zeit“ drückt aus, worin die Schwierigkeit für Eltern besteht, die sich entschließen, ein fremdes Kind in ihre Familie aufzunehmen. Einerseits erfordert es von den Pflegeeltern, sich dem Kind mit vollem Herzen, Verständnis und Geduld zu widmen. Andererseits ist es häufig ungewiss, wie lange das Kind in seiner neuen Familie bleiben kann. Und dies schafft für alle Beteiligten eine ganz besondere Situation, in welcher oft guter Rat gefragt ist.
Neben den Fachkräften des Jugendhilfezentrums gibt es deshalb auch Hilfestellung durch die Psychologische Beratungsstelle des Diakonischen Werkes Bayreuth. Deren Leiter Herbert Kraus bietet neben einem offenen Gesprächskreis auch ein Vorbereitungsseminar für künftige Pflegeeltern an. Die fachliche Begleitung ist ein Schwerpunkt der Fachdienstarbeit. Jährlich gibt es ein Wochenendseminar für Pflegeeltern, in dem u.a. verschiedene Themen durch Referenten bearbeitet werden.
Ebenfalls im Blick der Sozialpädagoginnen ist nicht zuletzt die eigentliche, die Herkunftsfamilie des Kindes. Auch diese braucht Begleitung und Betreuung. Da jedes Kind sich seiner leiblichen Familie engstens verbunden fühlt, ist es ein sensibler Balanceakt, die Eltern des Kindes so weit wie nötig einzubeziehen, aber so weit wie möglich aus der Pflegefamilie herauszuhalten. Doch macht dies auch auf das Besondere aufmerksam: Pflegekinder sind Kinder mit 2 Familien.
Voraussetzungen: Freude am Umgang mit Kindern, Einfühlungsvermögen, Geduld und Belastbarkeit sowie ausreichend Wohnraum.
Informationen bei unserem Fachdienst für Pflegefamilien unter 0921 / 75723-318 oder -319 oder über Email an s.rochholz@jpv-bayreuth.de.

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