Pressemitteilung

Die Jugendhilfe des Jean-Paul-Verein Bayreuth e. V. prüft ihre Wirksamkeit

Hilfen zur Erziehung sollen die Lebens- und Entwicklungsbedingungen junger Menschen verbessern. In welchem Maße gelingt es aber tatsächlich, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu fördern und Familien bei der Erziehung zu helfen? Diese Frage wird im Jugendhilfezentrum Jean-Paul-Stift seit 2007 jährlich wissenschaftlich überprüft. Am 18. Mai 2011 wird auch in diesem Jahr der Wirkungsbericht, den ein unabhängiges Institut erstellt, den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Einrichtung präsentiert. Diese diskutieren diese Ergebnisse und planen Verbesserungen dort, wo noch mehr zum Wohl der jungen Menschen erreicht werden kann.

Von den Kindern und Jugendlichen, die eine Hilfe zur Erziehung bekommen, melden 97 % zurück, dass sie mit den Angeboten zufrieden sind, 45 % davon sogar sehr zufrieden. Alle bestätigen, dass sie ihre Zukunftschancen haben verbessern können. Auch Eltern wurden am Ende der Hilfe nach ihrer Zufriedenheit und dem Nutzwert gefragt: 83 % sind sehr zufrieden. Insofern könnte die Einrichtung ihrerseits zufrieden sein. Dennoch überprüfen die Fachleute bei jeder einzelnen Hilfe, inwieweit die stationären und teilstationären Angebote Wirkungen gezeigt haben. Wirkungen zeigen sich in einem Zuwachs an Fähigkeiten und Fertigkeiten junger Menschen, mit sich und anderen besser zurechtzu-kommen, in Schule und Ausbildung voran zu kommen und eigenverantwortlicher und selbständiger zu werden. Auch die Entwicklungen in den Familien werden zu Einschätzung der Wirksamkeit herangezogen.

Hilfen zur Erziehung sind insgesamt wirksam. Das haben viele Studien nachgewiesen. Im Jean-Paul-Stift geht es aber konkret um die Frage, in welchem Umfang und in welchen Lebensbereichen Verbesserungen erzielt werden. Diese Ergebnisse werden dann in einen bundesweiten Vergleich gestellt. 180 andere Einrichtungen und mehrere Jugendämter überprüfen ihre Wirksamkeit nach dem gleichen Verfahren (WIMES = Wirkung mes-sen) und liefern damit Vergleichsmöglichkeiten.
 
Hier einige der zahlreichen Hinweise auf die Wirksamkeit im Jean-Paul-Stift: stationäre Erziehungshilfen werden nur halb so oft abgebrochen wie in anderen Einrichtungen. Die Wirksamkeit in der persönlichen und sozialen Entwicklung ist besonders hoch. Verbesserungen sind im Bereich Schule und Selbständigkeit möglich. Hier ist die Einrichtung allerdings stark auf die Schulen angewiesen.

In den Tagesgruppen sieht es noch besser aus. Nur in zwei von 15 Fällen mussten die Kinder am Ende doch in einer Heimgruppe untergebracht werden. In allen anderen Fällen ist die Reintegration innerhalb von durchschnittlich zwei Jahren gelungen, insbesondere durch die Stärkung der Kinder.
Eigentlich müssten solche Wirksamkeitsprüfungen von sozialen Dienstleistungen überall regelmäßig durchgeführt werden. Leider sind sie aber immer noch Ausnahmen. Für die Jugendhilfe Jean-Paul-Stift ist sie ein selbstverständlicher Teil des Qualitätsmanagements: Soziale Dienstleistung muss sich letztlich daran messen, inwieweit sie einen Nutzen für die Gesellschaft allgemein und im Einzelnen für die jungen Menschen und ihre Familien erreicht.

Dr. Harald Tornow, e/l/s-Institut GmbH für Qualitätsentwicklung Sozialer Dienstleistungen
Diakon Thomas Ritter, Geschäftsführender Vorstand Jean-Paul-Verein Bayreuth e. V.
Helmut Raithel, Abteilungsleitung Jugendhilfezentrum Jean-Paul-Stift

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